Nathalie Krügel von Praxis Binzallee

Lappenplastik mit Eigengewebe vom Rücken

Bei einer verzögerten oder sogenannten sekundären Rekonstruktion und wenn kein Hautüberschuss vorhanden ist, braucht es für den Brustaufbau nicht nur Volumen, sondern auch Haut. Bei einer sogenannten gestielten Lappenplastik verwenden wir Haut, Unterhautgewebe und Muskulatur vom Rücken für das Formen der neuen Brust. Da der Muskel meist nicht genug Volumen für die ganze Brust bietet, legen wir zusätzlich ein Silikonimplantat ein. Eine Anpassung der bestehenden Brust kann, wenn notwendig oder gewünscht, während der gleichen Operation durchgeführt werden.

Eingriff

Der Eingriff wird stationär in Narkose durchgeführt.

Die Lappenplastik am Rücken wird am Gefässstiel in der Achselhöhle gehoben und nach vorne geschwenkt. Dann wird mit dem Gewebe eine neue Brust geformt und bei Bedarf mit einem Silikonimplantat ergänzt. Am Rücken und unter der Lappenplastik legen wir Drainagen ein, welche nach 2 bis 3 Tagen wieder entfernt werden können. Die Narbe am Rücken ist schräg und bis zu 20 cm lang. Dank Verwendung von resorbierbaren Fäden erübrigt sich die Fadenentfernung.

In einer weiteren Operation kann die bestehende an die neue Brust angepasst und die Brustwarze rekonstruiert werden.

Nachwirkungen

Bei gestielten Lappenplastiken, wie wir sie anwenden, passiert es im Gegensatz zur freien Lappenplastik nur selten, dass durch Druck auf den Gefässstiel schlechtere Durchblutung und Teil- oder Totalverlusten des Lappens resultieren. Das eingesetzte Implantat wird im Körper von einer feinen Bindegewebshülle umgeben. Selten führt eine Verdickung dieser Hülle zu einer Kapselfibrose. Am Rücken kann es zu übermässiger Bildung von Wundflüssigkeit kommen, welche leicht abpunktiert werden kann. Mögliche Nachblutungen, Infektionen und unschöne Narben sind gut behandelbar.

 

Lappenplastik mit Eigengewebe vom Bauch

Bei einem gestielten TRAM-Flap werden Haut, Fett und Muskel vom Bauch entnommen, um damit eine neue Brust zu formen. Weil hier genügend Gewebe vorhanden ist, können wir auf den Einsatz eines Silikonimplantates verzichten. So können wir in der Regel der Brust eine sehr natürliche Form verleihen, eine Anpassung der gesunden Brust lässt sich oft vermeiden. Die Operation ist allerdings aufwändiger als eine Rekonstruktion mittels Implantateinlage und zeitigt zusätzlich Narben am Bauch.

Eingriff

Der Eingriff wird stationär in Narkose durchgeführt.

Nach einem Spindelschnitt am Bauch werden Haut, Fettgewebe und Muskel an einem Gefässstiel zur zu rekonstruierenden Brust geschwenkt. Dieser Hautmuskellappen wird dann zu einer neuen Brust geformt und eingenäht. Das fehlende Gewebe am Bauch wird wie bei einer Bauchstraffung verschlossen. Unter die Lappenplastik und am Bauch werden Drainagen eingelegt, welche wir nach 2 bis 4 Tagen entfernen. Dank Verwendung von resorbierbaren Fäden erübrigt sich die Fadenentfernung.

In einer weiteren Operation kann die Brustwarze rekonstruiert werden.

Nachwirkungen

Bei gestielten Lappenplastiken, wie wir sie anwenden, passiert es im Gegensatz zur freien Lappenplastik nur selten, dass durch Druck auf den Gefässstiel schlechtere Durchblutung und Teil- oder Totalverlusten des Lappens resultieren. Meist tritt eine leichte Schwächung der Bauchmuskulatur auf. Wird viel Volumen benötigt, kann das Entfernen der Muskulatur am Bauch die Bauchdecke so schwächen, dass allenfalls ein Kunststoffnetz zur Stärkung eingesetzt werden muss. Mögliche Nachblutungen, Infektionen und unschöne Narben sind gut behandelbar.

 

Broschüre Brustchirurgie (PDF)